Tibet: Wie lange schauen wir noch zu?

Eigentlich geht es hier nicht um Politik. Aus aktuellem Anlass mal eine Ausnahme:

Dass mit der chinesischen Regierung nicht gut Kirschen essen ist, war ja schon bekannt.

In den letzten Wochen zeigt sich allerdings mal wieder, mit welcher menschenverachtenden Grausamkeit hier vorgegangen wird. Die Regierung gesteht mittlerweile zu, dass 18 unschuldige Zivilsten bei Unruhen in Tibet zu Tode gekommen sind – die Polizei schießt scharf. Man kann sich denken, dass diese Angaben untertrieben sind. Die tibetische Exilregierung spricht von über 100 Toten.

Ekelhaft ist noch kein Ausdruck für dieses Vorgehen – und richtig schlecht wird einem, wenn man daran denkt, dass wir alle im Sommer diesem Regime zu einer vermutlich noch nie dagewesenen Propaganda- und Wirtschafts-Show verhelfen sollen.

Frau Merkel hat wohl der B… Zeitung gesagt, sie halte nicht viel von einem Olympia Boykott, da er zu einer Verschärfung der Situation führen könne Währenddessen lässt der EU Parlamentschef Hans-Gert Pöttering verlauten, dass das Vorgehen der chinesischen Regierung einen Boykott rechtfertigt, wenn keine Gespräche mit dem Dalai Lama aufgenommen würden.

Auch wenn die Probleme nicht verschwinden durch einen Olympia-Boykott, kann das ja wohl nicht der Grund sein, warum die ganze Welt einfach die Augen verschließen soll, während das Fest für den olympischen Frieden von einem der schlimmsten noch existierenden totailtären Regime ausgetragen wird, das gerade wieder einen Aufstand im zu Unrecht besetzten Tibet blutig niedergeschlagen hat.

Dass es dabei um das Wohl der armen Unschuldigen geht glaube ich persönlich kaum. Vielmehr denke ich, die leidenden Tibeter würden sich bedanken, wenn unsere Sportler in Peking “spielen”, während sie unterdrückt werden und sterben. Sind Export und Import, Wirtschaftbeziehungen, Fernsehrechte und Werbeminuten so wichtig, dass man dafür einer menschenverachtenden Regierung eine solche Propaganda-Veranstaltung ermöglichen soll? Wäre es nicht viel effektiver, sie mal das Gesicht vor der Weltöffentlichkeit verlieren zu lassen und denen diese schon fest einkalkulierten Milliardengewinne zu entziehen?

Meine Meinung: Wenn wir diese Spiele nicht boykottieren, machen wir uns mit schuldig!

Kommantare sind herzlich willkommen.

Links:

3 Reaktionen zu “Tibet: Wie lange schauen wir noch zu?”

  1. lisa E.

    Was ist daran neu?
    Auch wenn sich unsere Regierung so “menschenfreundlich” gibt, auch in unserem Staat zählen materielle Werte mehr, als der Mensch!
    Man sehe sich nur unser Rechtssystem an! Wenn man einen Menschen verletzt, vergewaltigt oder sogar tötet wird das oft genug nicht so hart bestraft, als wenn ein “kleiner” den Staat (um Geld) betrügt.
    Was in China los ist, daß Menschenleben nichts zählt, ist schon lange bekannt!
    Aber warum was dagegen machen???
    Kann sich doch keiner leisten eine Wirtschaftsmacht wie China zu verärgern!
    Wir entwickeln uns immer mehr dazu hin, daß das “Recht” der bekommt, der Macht hat. Und Macht ist gleichzusetzen mit Reichtum!
    Wir machen uns schuldig! Und zwar überall, wo wir die Augen verschließen, gegenüber Unrecht an Menschen! Die halbherzigen Reden, ohne Taten folgen zu lassen – wir sehen uns die Berichte im Fernsehen an, von Menschen die verhungen, von Kindern die geboren werden, um zu leiden, zu sterben….. Und die Reaktion darauf? Ach, wie Schrecklich! Und dann geht man wieder zur Tagesordnung über!
    Aber etwas daran ändern? Das würde uns in unserer Bequemlichkeit stören!

  2. hrdina

    Tibet ist zur Zeit nihct unbedingt das Problem.

    Schauen Sie sich bitte mal die Seiten zum Cern/LHC/ Teilchenbeschleuniger und
    befragen dazu einen Fachmann mit den zwei Fragen:
    1). Gibt es Gefahren für alle Menschen ?
    2.) Welche ?

  3. hrdina

    Tibet ist zur Zeit nicht unbedingt das Problem.

    Schauen Sie sich bitte mal die Seiten zum Cern/LHC/ Teilchenbeschleuniger und
    befragen dazu einen Fachmann mit den zwei Fragen:
    1). Gibt es Gefahren für alle Menschen ?
    2.) Welche ?

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